Zwischen Patientengewinnung und Ärztegesetz: Der schmale Grat
Für Mediziner in Österreich ist das Thema Marketing oft ein rotes Tuch. Einerseits wissen Sie, dass auch eine medizinische Praxis heutzutage wie ein modernes Unternehmen geführt werden muss. Patienten suchen online, vergleichen Bewertungen und erwarten eine digitale Präsenz. Andererseits schwebt das Damoklesschwert des österreichischen Ärztegesetzes (insb. § 47) über jeder Marketingmaßnahme.
Viele unserer Kunden in Wien und ganz Österreich stellen uns im Erstgespräch die gleiche Frage: “Darf ich als Arzt überhaupt werben?”
Die kurze Antwort lautet: Ja, aber anders als gewerbliche Unternehmen.
Wir bei Klaax haben uns darauf spezialisiert, Ärzte und medizinische Einrichtungen im digitalen Raum sichtbar zu machen – und zwar so, dass es seriös, informativ und richtlinienkonform ist. In diesem Leitfaden klären wir auf, wo die Grenzen verlaufen und wie Sie Ihre Praxis dennoch effektiv füllen.
Hinweis: Wir sind eine Webagentur mit Fokus auf Performance und SEO, keine Rechtsanwaltskanzlei. Dieser Artikel basiert auf unserer langjährigen Erfahrung im Praxismarketing, ersetzt aber keine juristische Beratung.
Das Grundprinzip: Information statt Anpreisung
Der Kern des österreichischen Werberechts für Ärzte lässt sich auf eine einfache Formel bringen: Sachliche Information ist erlaubt, marktschreierische Werbung ist verboten.
Das Ziel des Gesetzgebers ist der Schutz des Patienten. Kranke Menschen sollen nicht durch emotionale Manipulation oder falsche Versprechungen zu einer Behandlung verleitet werden. Das Vertrauen in die Ärzteschaft soll gewahrt bleiben.
Was gilt als “marktschreierisch”?
Unter marktschreierischer Werbung versteht man Maßnahmen, die aufdringlich sind oder die eigene Leistung in einer Weise hervorheben, die wissenschaftlich nicht haltbar oder ethisch fragwürdig ist. Dazu gehören:
- Vergleichende Werbung: Aussagen wie “Der beste Zahnarzt in Floridsdorf” oder “Besser als Dr. Muster” sind tabu.
- Erfolgsgarantien: In der Medizin gibt es keine Garantien. Ein Versprechen wie “Heilung in 3 Tagen” ist unzulässig.
- Reißerische Rabatte: “20% auf alle Botox-Behandlungen – nur heute!” widerspricht dem ärztlichen Ethos massiv.
- Unaufgeforderte Kontaktaufnahme: Flyer in Briefkästen oder Spam-Mails sind für Ärzte ein No-Go.
Die grüne Zone: Was ist erlaubt und empfohlen?
Die gute Nachricht ist: Der Spielraum für modernes Praxismarketing ist größer, als viele Mediziner annehmen. Der Schlüssel liegt in der Qualität und Nützlichkeit der Informationen.
1. Die eigene Praxis-Website
Eine professionelle Website ist heute keine “Werbung” mehr, sondern eine Patienteninformation. Sie ist das digitale Wartezimmer Ihrer Praxis. Hier dürfen – und sollten – Sie ausführlich informieren.
Wir bei Klaax achten bei der Erstellung von Ärzte-Websites auf folgende, erlaubte Inhalte:
- Tätigkeitsschwerpunkte: Detaillierte Beschreibungen Ihrer Leistungen (z.B. “Minimalinvasive Chirurgie”, “Implantologie”).
- Organisatorisches: Öffnungszeiten, Anfahrt, Terminvereinbarung (Online-Kalender).
- Das Team: Sachliche Vorstellung der Ärzte und Assistenten (Qualifikationen, Diplome).
- Ausstattung: Information über moderne Geräte (z.B. “Digitales Röntgen vorhanden”).
Unser Tipp für Ihr Webdesign: Nutzen Sie unser 100% individuelles Webdesign, um Seriosität auszustrahlen. Baukasten-Websites wirken oft generisch und billig – das passt nicht zu Ihrer medizinischen Expertise.
2. SEO (Suchmaschinenoptimierung) für Ärzte
Hier liegt das größte Potenzial. SEO ist keine aktive Werbung, die dem Patienten aufgedrängt wird. SEO sorgt dafür, dass Ihre Praxis gefunden wird, wenn ein Patient aktiv nach Hilfe sucht.
Wenn ein Nutzer “Hautarzt 1210 Wien” oder “Spezialist für Kniechirurgie Österreich” googelt, sucht er nach einer Information. Wenn Ihre Website hier auf Platz 1 steht, ist das eine Serviceleistung, keine Belästigung.
Wie wir bei Klaax vorgehen:
- Wir optimieren Ihre Inhalte auf relevante medizinische Suchbegriffe.
- Wir erstellen informative Blogbeiträge zu Krankheitsbildern (Patientenaufklärung).
- Wir sorgen für schnelle Ladezeiten (Performance), damit Patienten am Smartphone sofort Informationen finden.
3. Sachliche Fotos und Videos
Bilder sagen mehr als 1000 Worte, besonders wenn es um Vertrauen geht. Erlaubt sind:
- Professionelle Portraits des Teams.
- Bilder der Räumlichkeiten (Wartezimmer, Behandlungsräume).
- Erklärvideos zu Behandlungsabläufen (ohne reißerische Musik oder Effekte).
Die Grauzone: Social Media und Bewertungen
Viele Ärzte sind unsicher, ob sie auf Instagram oder Facebook präsent sein dürfen. Auch hier gilt: Ja, wenn der Inhalt informativ bleibt.
Social Media Guidelines für Ärzte
Ein Instagram-Account, der Einblicke in den Praxisalltag gibt oder Gesundheitstipps teilt (z.B. “Wie beuge ich Rückenschmerzen vor?”), ist eine moderne Form der Patientenkommunikation. Vermeiden Sie jedoch Influencer-artige Posen oder die Zurschaustellung von Patienten ohne deren ausdrückliche, schriftliche Einwilligung.
Der Umgang mit Google-Bewertungen
Positive Bewertungen sind Gold wert. Sie dürfen Patienten aber nicht unter Druck setzen, Sie zu bewerten. Ebenso dürfen Sie nicht mit gekauften Bewertungen werben.
Spezialfall: Vorher-Nachher-Bilder
Hier ist äußerste Vorsicht geboten, besonders im Bereich der ästhetischen Medizin. Während in manchen Ländern Vorher-Nachher-Bilder Standard sind, ist das österreichische Recht hier streng.
Das Zeigen von Behandlungsergebnissen kann als anpreisende Werbung ausgelegt werden, insbesondere wenn durch Bildbearbeitung oder unterschiedliche Belichtung manipuliert wird. Im geschlossenen Beratungsgespräch dürfen Sie Ergebnisse zeigen – auf der Website raten wir zur Zurückhaltung oder einer strikten juristischen Prüfung im Einzelfall.
Warum “Werbeverbot” eigentlich eine Chance ist
Es klingt paradox, aber die strengen Richtlinien können ein Vorteil für Sie sein – wenn Sie mit der richtigen Agentur zusammenarbeiten.
Da viele Ihrer Kollegen aus Angst vor Fehlern gar kein Marketing betreiben, ist der digitale Markt in vielen Fachbereichen in Österreich noch nicht übersättigt. Mit einer SEO-optimierten, technisch perfekten und inhaltlich wertvollen Website können Sie sich als Marktführer in Ihrer Region positionieren, ohne “schreien” zu müssen.
Unser Ansatz bei Klaax: Performance durch Qualität
Wir verstehen die Bedürfnisse von Ärzten. Sie haben keine Zeit für Marketing-Experimente und wollen keine Abmahnung riskieren. Unser Team in Wien setzt daher auf:
- Technische Exzellenz: Schnelle, sichere Websites, die Google liebt.
- Individuelles Design: Ein Look, der Vertrauen schafft und Ihre Kompetenz unterstreicht.
- SEO-Fokus: Wir bringen Sie dorthin, wo Patienten suchen – an die Spitze der Suchergebnisse.
- Persönliche Betreuung: Bei uns gibt es kein anonymes Call-Center. Wir besprechen Ihre Strategie persönlich (virtuell).
Fazit: Sichtbarkeit ist keine Straftat
Sie dürfen zeigen, was Sie können. Sie dürfen informieren, aufklären und präsent sein. Sie dürfen nur nicht marktschreierisch verkaufen. Die Grenze ist die Sachlichkeit.
































