Social Media für Ärzte: Instagram oder LinkedIn?

Der digitale Kittel: Warum “Ich habe keine Zeit” keine Ausrede mehr ist

Die Medizin wird jünger, weiblicher und digitaler. Während vor zehn Jahren die bloße Existenz eines Google Maps Eintrags als „Online-Marketing“ galt, hat sich das Spielfeld für niedergelassene Ärzte und Kliniken in Wien und ganz Österreich drastisch gewandelt. Patienten googeln Symptome, bevor sie den Termin buchen. Zuweiser vernetzen sich online. Und – das ist der entscheidende Punkt – Ihre zukünftigen Patienten und Mitarbeiter entscheiden oft anhand des digitalen ersten Eindrucks, ob sie Ihre Praxis betreten.

Wir bei Klaax erleben in unseren Beratungsgesprächen oft zwei Extreme: Den jungen Mediziner, der „alles auf einmal“ machen will, und den etablierten Facharzt, der Social Media als Spielerei abtut. Beides ist gefährlich. In diesem Deep Dive analysieren wir messerscharf, welche Plattform – Instagram oder LinkedIn – für Ihre spezifischen Ziele als Arzt die richtige Währung bietet.

  • Geht es um Patientengewinnung?
  • Geht es um Employer Branding (Mitarbeitersuche)?
  • Geht es um Zuweisermarketing und Reputation?

Starten wir die Diagnose.

Voraussetzung: Ohne „Home Base“ verpufft jeder Post

Bevor wir uns in den Vergleich der Giganten stürzen, müssen wir bei Klaax ein digitales Fundament legen. Social Media ist der „Traffic-Zubringer“. Es ist das Schild auf der Straße. Aber die Straße muss irgendwo hinführen.

Warum Ihre Praxis-Website der Anker ist

Stellen Sie sich vor, Sie investieren Stunden in hochwertigen Content auf Instagram. Ein potenzieller Patient sieht Ihre Kompetenz, klickt auf den Link in der Bio und landet auf einer veralteten, nicht mobil-optimierten Website, die 5 Sekunden zum Laden braucht. Der Patient ist weg.

Eine professionelle Praxis-Website ist die Konvertierungsmaschine. Hier werden Besucher zu Terminen. Bei Klaax setzen wir genau hier an:

  • Performance First: Unsere Websites laden blitzschnell – essenziell für SEO und Nutzererfahrung.
  • 100% Individuelles Design: Keine Baukästen. Ihre Praxis hat eine Identität, Ihre Website muss diese spiegeln.
  • Conversion-Optimierung: Intelligente Nutzerführung zur Terminbuchung (z.B. via Doctolib oder Latido Integrationen).

Erst wenn dieses Fundament steht, lohnt sich der Blick auf Social Media.

Instagram für Ärzte: Der visuelle Vertrauensaufbau

Instagram ist längst nicht mehr nur die Plattform für Food-Blogger. Für bestimmte medizinische Fachrichtungen ist es der stärkste Kanal zur Patientengewinnung.

Die Psychologie hinter Instagram

Medizin ist Vertrauenssache. Angst vor Behandlungen entsteht oft durch Unwissenheit. Instagram bietet die Möglichkeit, hinter die Kulissen zu blicken. Sie zeigen nicht nur das „Was“ (die Behandlung), sondern das „Wer“ (das Team, die Atmosphäre, den Menschen im Kittel).

Für wen lohnt sich Instagram?

Wir empfehlen Instagram primär für Fachrichtungen mit visuellen Ergebnissen oder hohem Erklärungsbedarf im B2C (Business to Consumer) Bereich:

  • Dermatologie & Ästhetische Medizin: Vorher-Nachher-Bilder (unter Beachtung der strengen österreichischen Werberichtlinien!) sind Gold wert.
  • Zahnmedizin & Kieferorthopädie: Ein strahlendes Lächeln verkauft sich visuell.
  • Plastische Chirurgie: Hier ist Instagram fast schon Pflicht.
  • Kinderärzte: Ansprache der Eltern (Mütter sind eine sehr aktive Zielgruppe auf Instagram).

Content-Strategie: Was funktioniert?

1. Educational Content (Aufklärung)

„Was tun bei Neurodermitis-Schub?“ oder „Wie läuft ein Bleaching ab?“. Kurze Reels (Videos), die Mythen aufklären, generieren enorme Reichweite. Sie positionieren sich als Experte, der nicht „von oben herab“, sondern auf Augenhöhe kommuniziert.

2. Team & Behind-the-Scenes

Zeigen Sie Ihre Ordination in 1210 Wien oder Umgebung. Zeigen Sie die freundliche Assistentin am Empfang. Das baut Schwellenangst ab. Ein Patient, der das Gefühl hat, die Räumlichkeiten schon zu kennen, kommt entspannter zum Termin.

Die Nachteile von Instagram

Der Algorithmus ist hungrig. Instagram verlangt Konsistenz. Ein Post alle drei Monate bringt nichts. Zudem ist die Interaktionsrate hoch – Sie müssen auf Kommentare und DMs reagieren. Hier unterstützen wir bei Klaax mit Content-Plänen, damit Sie sich auf die Medizin konzentrieren können, während das Marketing läuft.

LinkedIn für Mediziner: Das digitale Ärztezimmer

Während Instagram der bunte Marktplatz ist, ist LinkedIn der Kongresssaal. Hier herrscht ein anderer Ton, ein anderes Publikum und ein anderes Ziel.

Warum LinkedIn unterschätzt wird

Viele Ärzte glauben, LinkedIn sei nur für BWLer. Falsch. LinkedIn ist aktuell die Plattform mit der höchsten organischen Reichweite im B2B-Bereich. Für Chefärzte, Klinikmanager und spezialisierte Fachärzte ist es ein mächtiges Tool.

Die drei Säulen des LinkedIn-Erfolgs für Ärzte

1. Zuweisermarketing (Referrals)

Sie sind Spezialist für Kniechirurgie in Wien? Ihr Zielkunde ist nicht unbedingt nur der Patient mit Knieschmerzen, sondern der Orthopäde oder Allgemeinmediziner, der Ihnen diesen Patienten überweist. Auf LinkedIn vernetzen Sie sich mit Kollegen. Durch fachliche Beiträge (Studienkommentare, Fallbeispiele) bleiben Sie im Kopf der Zuweiser („Top of Mind“).

2. Recruiting & Employer Branding

Der Ärztemangel und Pflegenotstand sind real. Gute Mitarbeiter bewerben sich heute nicht mehr, sie wollen gefunden werden. Eine Praxis, die auf LinkedIn moderne Werte, Digitalisierung und eine gute Kultur kommuniziert, zieht Talente magnetisch an.

3. Personal Branding als Key Opinion Leader (KOL)

Möchten Sie als Speaker auf Kongresse? Wollen Sie in Fachzeitschriften publizieren? LinkedIn ist Ihre digitale Visitenkarte für die Fachwelt.

Content auf LinkedIn: Tiefe statt Filter

Hier zählen keine Filter oder trendige Musik. Hier zählt Substanz.

  • Meinungsstarke Artikel: Kommentieren Sie gesundheitspolitische Entscheidungen.
  • Fallstudien: Teilen Sie (anonymisierte) komplexe Fälle und Ihren Lösungsansatz.
  • Praxis-Management: Wie führen Sie Ihr Team? Wie gehen Sie mit Digitalisierung um?

Der direkte Vergleich: Entscheidungshilfe

Kriterium Instagram LinkedIn
Zielgruppe Patienten (Endverbraucher), junge Bewerber Kollegen (Zuweiser), Industrie, Fachkräfte
Format Visuell (Foto/Video/Reel), kurzweilig Textlastig, Fachartikel, Dokumente
Ziel Vertrauen, Terminbuchung, Bekanntheit Reputation, Netzwerk, Recruiting
Aufwand Hoch (visuelle Produktion) Mittel (Textfokus)

Rechtliche Fallstricke: Der „Disclaimer“ für Österreich

Wir bei Klaax weisen unsere Kunden in Wien und Umgebung immer darauf hin: Das österreichische Ärztegesetz und das Werberecht sind streng. Marktschreierische Werbung ist verboten. Objektive Information ist erlaubt.

  • Vorher-Nachher-Bilder: In der ästhetischen Chirurgie ein Minenfeld. Hier ist Fingerspitzengefühl und juristische Absicherung gefragt.
  • Heilversprechen: Tabu. Sie dürfen nie garantieren, dass eine Behandlung wirkt.
  • Datenschutz: Zeigen Sie niemals Patienten ohne schriftliche Einwilligung (DSGVO-konform).

Unsere Webdesign- und Content-Lösungen berücksichtigen diese Grenzen von Anfang an. Wir bauen Websites, die rechtssicher informieren, statt reißerisch zu werben.

Klaax Strategie: Die Synergie macht den Meister

Müssen Sie sich entscheiden? Ideal ist ein „Sowohl-als-auch“, aber mit klarem Fokus.

Für die meisten unserer Kunden – etwa Fachärzte in Wien Floridsdorf oder Döbling – entwickeln wir folgende Hybrid-Strategie:

  1. Die Website als Herzstück: High-Performance SEO, damit Sie bei „Hautarzt Wien“ oder „Kardiologe Floridsdorf“ gefunden werden.
  2. LinkedIn für den Arzt: Aufbau der persönlichen Marke und Vernetzung mit Zuweisern.
  3. Instagram für die Praxis: Einblicke ins Team und Patientenaufklärung, um die Hemmschwelle zu senken.

Content Recycling spart Zeit

Sie schreiben einen Fachartikel auf LinkedIn über eine neue Behandlungsmethode? Perfekt. Brechen Sie die Kernaussagen auf drei kurze Tipps herunter, machen Sie ein Video daraus – und zack, haben Sie ein Instagram Reel. Wir bei Klaax helfen Ihnen, diese Prozesse zu automatisieren, damit Sie nicht zum Content-Creator werden müssen, sondern Arzt bleiben.

Fazit: Sichtbarkeit ist keine Option, sondern Pflicht

Wer heute im digitalen Raum nicht stattfindet, verliert nicht nur Patienten, sondern vor allem die Kontrolle über den eigenen Ruf. Social Media gibt Ihnen das Steuer in die Hand.

  • Wählen Sie Instagram, wenn Sie Patienten emotional erreichen und Ängste abbauen wollen.
  • Wählen Sie LinkedIn, wenn Sie Ihr berufliches Netzwerk stärken und Top-Personal suchen.
  • Wählen Sie Klaax, wenn Sie das alles professionell, messbar und ohne Kopfschmerzen umsetzen wollen.